Newsletter Mai 2020 - Je länger die Corona-Pandemie andauert, desto offensichtlicher wird es, dass der Lockdown des öffentlichen Lebens und das Warten auf einen Impfstoff nicht die einzigen Wege sein können, mit denen wir dem Virus begegnen. Natürlich bleiben soziale Distanz, Hygienemaßnahmen und vor allem der Schutz von Risikogruppen weiterhin wichtig. Darüber hinaus suchen aber immer mehr Bürger*innen und Patient*innen Unterstützung bei naturmedizinischen Therapien.  

In der fortdauernden gesundheitlichen Ausnahmesituation zeigen sich derzeit wie in einem Brennglas die unterschiedlichen Herangehensweisen der medizinischen Ansätze. Bisher standen vor allem Maßnahmen im Mittelpunkt, die das Corona-Virus einzudämmen und zu bekämpfen versuchten: die Suche nach einem Impfstoff oder geeigneten Medikamenten einerseits und der politisch verordnete Stillstand des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens andererseits. Immer deutlicher wird aber auch: Auf längere Sicht können wir diese Einschränkungen, die zu einer Vielzahl anderer gesundheitlicher und sozialer Probleme führen, nicht durchhalten. Wir müssen unser Handlungsspektrum erweitern, brauchen zusätzliche Wege, die die Menschen befähigen, für einige Zeit oder auch länger mit dem Virus zu leben. Naturmedizinische Ansätze setzen dabei auf die Stärkung des Immunsystems, um Ansteckungen entweder ganz zu vermeiden oder auf einen möglichst milden Verlauf zu beschränken. Dr. Stefan Schmidt-Troschke, Geschäftsführender Vorstand von GESUNDHEIT AKTIV und Mit-Initiator der weil’s hilft!-Kampagne sagt: „Wir müssen die Potentiale der gesamten Medizin nutzen, um die medizinischen und gesellschaftlichen Herausforderungen gut zu meistern. Die derzeitige Krise zeigt: Noch mehr als sonst kommt es darauf an, die verschiedenen medizinischen Ansätze nicht gegeneinander auszuspielen, sondern zum Wohle der Patient*innen zu verbinden.“ 

Einige Möglichkeiten, die jede(r) hat, das Immunsystem mit einer Veränderung des Lebensstils und ganz einfachen Mitteln zu stärken, haben wir bereits im letzten Newsletter beschrieben. Darüber hinaus bieten die verschiedenen naturmedizinischen Verfahren weitere Möglichkeiten, um im Falle einer leichteren Infektion, Grippesymptome zu lindern. Eine Übersicht aus der Naturmedizin hat die Schweizer Nachrichtenplattform Millefolia zusammengestellt.


Patient*innen wollen Naturmedizin auch in Corona-Zeiten! 

Dass die Bevölkerung naturmedizinischen Therapien für den Umgang mit Covid-19 in großer Zahl nachfragt, zeigen die mittlerweile in großer Zahl kursierenden Posts in den sozialen Medien. Dies gilt auch für die Homöopathie, die in den letzten Monaten unter medialem Dauerbeschuss stand und auch derzeit wieder von bekannter Seite angegriffen wird. Dennoch zieht in einer vom Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte (DZVhÄ) in Auftrag gegebenen repräsentativen aktuellen Umfrage eine große Mehrheit der Befragten eine homöopathische Behandlung in Betracht, sofern es in der Vergangenheit schon positive Erfahrungen mit diesem Mittel gab. Für Dr. Michaela Geiger, Vorstandsvorsitzende des  DZVhÄ, bestätigen die Ergebnisse der Umfrage „den hohen Stellenwert ärztlicher Homöopathie in unserer Gesellschaft und das Interesse an homöopathischen Behandlungsmöglichkeiten von Covid-19. Der DZVhÄ wirbt deshalb intensiv dafür, homöopathische Erfahrungen in die Primärversorgung von Covid-19-Erkrankten einzubringen. Zugleich gebieten die vielen offenen Fragen zum SARS-Cov-2-Virus einerseits und zum Verlauf einer Covid-19-Erkrankung andererseits ein umsichtiges Vorgehen, unabhängig davon, ob es um eine konventionelle oder eine homöopathische Behandlung geht. Wir brauchen dringend mehr Daten über behandelte Krankheitsverläufe und Behandlungsergebnisse. Dafür hat der DZVhÄ ein Projekt aufgesetzt, das möglichst viele homöopathisch behandelte Covid-19-Fälle sammelt und analysiert, um so fundierte Erkenntnisse für die Zukunft zu gewinnen.“ Der Bundesverband Patienten für Homöopathie (BPH) hat zum Thema Homöopathie und Corona auf seiner Webseite zudem Fragen und Antworten zusammengestellt. „Uns ist wichtig, dass die Patient*innen nicht das Gefühl bekommen, wir lassen sie mit ihren Symptomen und Ängsten allein“, betont Meinolf Stromberg, Vorsitzender und Geschäftsführer des BPH. „Bei Fragen wenden Sie sich deshalb an uns, wir vermitteln Ihnen gerne den Kontakt zu homöopathisch erfahrenen Ärzt*innen.“  


Was die Vielzahl sonstiger medialer Tipps zu Corona angeht, empfiehlt weil’s hilft!: Im Umgang mit Corona ist Umsicht in jedem Fall angezeigt. Nicht jeder Tipp im Netz ist fundiert und hilfreich. Im Falle von Corona-Symptomen bitte also unbedingt die Vorgaben der Gesundheitsämter einhalten und ärztlichen naturmedizinischen Rat einholen!  


Quelle 
Forsa-Umfrage zu Covid-19
, 18. April 2020