22. September 2020 - Der Beginn des Herbstes bedeutet auch das Ende des Sommers und den Übergang zum Winter. Das stimmt viele traurig. Dabei hat auch diese Jahreszeit einiges zu bieten, man muss die Vorzüge nur wahrnehmen.

Altweibersommer, Blattfärbung und Erntedankfesten stehen kürzer werdenden Tagen, Schmuddelwetter und sinkenden Temperaturen gegenüber. Die Lust auf Aktivitäten im Freien nimmt ab, die Feierabende werden gefühlt immer kürzer und Sommersalate schmecken nicht mehr so richtig. Das kann einem im Herbst schnell mal die Stimmung verhageln. Dabei hat der Herbst so viele schöne Seiten. Hier eine Auswahl:

Spaziergang oder Waldbaden

Ein Spaziergang im raschelnden Laub weckt bei vielen nicht nur Erinnerungen an die Kindheit, sondern hilft auch, den Herbst von seiner schönsten Seite zu erleben. Das ganze Spektrum der Blattfärbungen bewusst wahrzunehmen, die tiefer stehende Sonne mit ihrem besonderen Licht zu genießen und den typischen Waldduft der im Herbst verströmt wird, aufzunehmen, wirkt nicht nur entspannend, sondern auch heilend. Dazu kommen eine vermehrte Sauerstoffaufnahme und der Abbau von Stresshormonen. Diese besonderen Waldwirkungen sind in zahlreichen Studien belegt.

Das sogenannte Waldbaden, das natürlich nicht nur im Herbst möglich ist, stammt aus Japan. „Shirin Yoku“ bedeutet soviel wie „Baden in Waldluft“ und beschreibt die Kunst, sich mit allen Sinnen mit dem Wald zu verbinden. Bereits 1982 wurde das Waldbaden als staatliches Gesundheitsprogramm in Japan etabliert. In Deutschland bringt der Bundesverband Waldbaden e.V. das Thema Waldbaden als Naturschutz- und Gesundheitskonzept in die öffentliche Wahrnehmung und bietet darüber hinaus Ausbildungen an.

Es sich einfach mal schön machen

Wenn die Tage kürzer werden, werden die Abende länger. Das bedeutet aber auch, mehr Zeit für Dinge zu haben, zu denen man im Sommerhalbjahr keine Zeit findet. Dafür muss man keineswegs aus dem Haus gehen. Das vermehrte Zurückziehen in die eigenen vier Wände ist typisch für den saisonalen Übergang. Als Cozy Living wird ein Einrichtungsstil bezeichnet, der fast jeden Menschen zum Stubenhocker werden lässt. Das Konzept kommt aus Skandinavien und hat Urgemütlichkeit zum Ziel. Im Vordergrund steht, was in jedem Einzelnen dieses Cozy-Gefühl weckt.

Couch, Fell oder Teppich: Es kommt darauf an, was man dafür braucht. Sind die eigenen vier Wände urgemütlich hergerichtet, greifen sich viele ein Buch oder eine Zeitschrift. Damit kann man es sich dann eingehüllt in einer Decke abschalten. Manche bevorzugen eine Tasse heißen Tee, um  einfach ihre Gedanken schweifen lassen zu können. Wieder andere brauchen Kerzenlicht, um die Behaglichkeit dieser Jahreszeit in ihren Räumen zu spüren. Egal, wie man sich am besten entspannen kann, der Herbst bietet das perfekte Setting dazu.  

Die Früchte des Jahres genießen

Äpfel, Birnen, Pflaumen und jede Menge verschiedenes Gemüse: Herbstzeit ist Erntezeit. Das sollte sich auch auf dem Teller zeigen, denn je weniger Zeit zwischen Ernte und Verzehr vergeht, umso mehr gesunde Inhaltsstoffe enthalten Obst und Gemüse. Zudem schmeckt es saisonal immer am besten.

Bei der Auswahl der frischen Zutaten sollte man vor allem auf die innere Stimme achten. Tatsächlich schmeckt den meisten Menschen eine wärmende Suppe, zum Beispiel aus Kürbis an verregneten, kalten Tagen besser als bei strahlendem Sonnenschein. Und für viele Menschen geht nichts über ein Gericht mit selbstgesammelten Pilzen. In dem Fall kann gleich drei Fliegen mit einer Klappe schlagen und Sammelleidenschaft, Genuss und den Spaziergang im Wald miteinander verbinden. Natürlich nur, wenn man ein kundiger Pilzsammler ist.