Sicher, Naturmedizin hat auch viel mit Pflanzen und Kräutern zu tun, Flower Power eben – aber das ist längst nicht alles! Wir verstehen unter Naturmedizin Therapien und Verfahren, die die Gesundheit des Menschen nachhaltig und langfristig verbessern, statt nur rasche Symptombekämpfung zu betreiben, also Verfahren, die den Menschen ganzheitlich betrachten und seine Selbstheilungskräfte stärken – unter anderem weil Patient*innen aktiv werden und lernen, wie sie ihre Gesundung selber unterstützen können.

Konkret zählen wir zur Naturmedizin die klassischen europäischen Naturheilverfahren (Phytotherapie, Physikalische Therapien, Bewegungstherapie, Ernährungstherapie, Ordnungstherapie), die Homöopathie, die Anthroposophische Medizin und andere bewährte traditionelle Medizinsysteme, wie die Chinesische Medizin (TCM) oder Ayurveda. Einige erprobte Therapien aus der Naturmedizin haben es mittlerweile auch in die medizinischen Standardtherapien geschafft, beispielsweise steht Johanniskraut als Kann-Empfehlung in den Leitlinien zur Behandlung von Depressionen. Damit viele andere bewährte Verfahren Teil der Leitlinien und damit bei Ärzten bekannt werden, benötigen wir dringend wissenschaftliche Studien, die auch von öffentlicher Hand finanziert werden müssen

Das ist umso dringlicher, weil immer mehr Patient*innen nach zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten fragen und ein stärker verzahntes Miteinander von Naturmedizin und Schulmedizin fordern. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage1 würden es vier von fünf Deutschen begrüßen, wenn sie über die gesetzliche Krankenkasse Anspruch auf Leistungen aus der Integrativen Medizin hätten!

Aber vielleicht sind dies einfach alles unverbesserliche Hippies?

[1] Repräsentative Forsa-Befragung vom November 2018 im Auftrag des DZVhÄ (2.000 Befragte)